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  Mittwoch 23. Mai um 17 und 20 Uhr im AEF, Am Schulzentrum 16
 

Filmfoto: Prokino3 Tage in Quiberon​​

1981 verbringt der Weltstar Romy Schneider (Marie Bäumer) drei Tage mit ihrer besten Freundin Hilde (Birgit Minichmayr) in dem kleinen bretonischen Kurort Quiberon, um sich dort vor ihrem nächsten Filmprojekt ein wenig Ruhe zu gönnen. Trotz ihrer negativn Erfahrungen mit der deutschen Presse willigt die Schauspielerin in ein Interview mit dem STERN-Reporter Michael Jürgs (Robert Gwisdek) ein, zu dem der von Romy Schneider geschätzte Fotograf Robert Lebeck (Charly Hübner) die dazugehörige Fotostrecke liefert. Aus dem geplanten Termin entwickelt sich ein drei Tage andauerndes Katz- und Mausspiel zwischen dem Journalisten und der Ausnahmekünstlerin, das auch Robert Lebeck und Romys Freundin Hilde an ihre Grenzen bringt…
An drei Tagen des Jahres 1981 war Romy Schneider laut dem STERN „nicht in Bestform“: Während ihres Aufenthaltes in einem Luxushotel in der Bretagne empfing sie ein Team von Journalisten, um, so das Magazin, erstmals über das zu sprechen, „was sie bedrückt, krank macht und voller Hilflosigkeit zur Flasche greifen lässt.“ ( STERN, 23.4.1981). In der Tat verdichteten sich zu diesem Zeitpunkt einige Themen ihres Lebens: 1979 hatte Schneiders Ex-Ehemann Harry Meyen Selbstmord begangen, um den gemeinsamen Sohn David war ein Sorgerechtsstreit entbrannt, die Scheidung von Ehemann Daniel Biasini stand ins Haus, dazu kamen eine komplizierte Nierenoperation und finanzielle Sorgen, die Romy zum ständigen Filmedrehen zwangen – und zwar nicht nur aus einer künstlerischen Motivation heraus. Wie in den rund 30 Jahren zuvor interessierte sich die deutsche Öffentlichkeit auch zu diesem Zeitpunkt brennend für das Privatleben des Weltstars. Dabei unterschieden die Medien nicht immer zwischen Mensch und Schauspielerin: War Romy Schneider in den 1950er „Sissi“-Jahren der Inbegriff der reinen Unschuld, wandelte sie sich später wahlweise zur Landesverräterin (Umzug nach Frankreich zu Alain Delon), Frau der vielen Affären oder Opfer vieler Männer und Drogen. Egal, welchen Part sie aktuell in den Medien verkörperte – sie lieferte zuverlässig die gewünschten Skandale.
Doch egal, wie sehr man Romy Schneider zur Projektionsfläche stilisierte: Letztendlich überstrahlte sie die Rollen, die ihr die Presse zuwies, durch ihre authentische Direktheit, ihren Lebenshunger und ihre absolute Hingabe an alles, was sie tat. Ihr übergroßes Talent verhalf ihr in Frankreich unter anderem zu Filmrollen in Claude Sautets „Die Dinge des Lebens“ (1970), Jacques Derays „Der Swimmingpool“ (1970) und in Pierre Granier-Deferres „Le Train – Nur ein Hauch von Glück“ (1973). Nicht nur dass Romy Schneider keinerlei Distanz zu den Journalisten einnahm und sich Jürgs' für heutige Standards inhaltlich und stilistisch grenzüberschreitende Interviewfragen („Sie sind eine Erregung öffentlichen Ärgernisses“) hundertprozentig stellte, machen das Quiberon-Interview zu einem bedeutenden Dokument in Romy Schneiders Biografie. Frappierende Bekenntnisse und komplette, fast therapeutische „Auslieferung“ an den Fragesteller: Romy Schneider arbeitete auf allen Ebenen ohne Filter und hatte auch dadurch die Fähigkeit, ein Massenpublikum zu berühren. Die große Krise ihres Lebens, das quälende Dilemma zwischen Ausnahmekünstlerin und Mutter („Ich kann nichts im Leben, aber alles auf der Leinwand“), war bislang Stoff zahlreicher Dokumentationen und eines Biopics. In 3 TAGE IN QUIBERON inszeniert Emily Atef aus der Distanz ihrer amerikanisch-französischen Herkunft eine intensive Momentaufnahme, in der sie einen wichtigen Fokus auf die Fotografie legt.
Eine Annäherung an das Leben über die Kunst: Dies gilt nicht nur für ihren Film, sondern auch Romy Schneiders eigene Geschichte. Ein Biopic ist 3 TAGE IN QUIBERON aber keinesfalls: Vielmehr illustriert der Film bestimmte Grundwerte des Menschseins. Er erzählt vom Spannungsfeld zwischen privater Erfüllung und dem Wunsch, auch darüber hinaus zu wirken – und nicht zuletzt von einer der größten Schauspielerinnen Europas, die auf Resonanz angewiesen war, unbedingt geliebt werden wollte und dies in fast kindlicher Offenheit allen zeigte.

Spielort: Kino Kaarst, Albert-Einstein-Forum, Am Schulzentrum 16; Spielzeit: Am 23. Mai um 17 und 20 Uhr. 
Eintritt: 6.- Euro. Jugendliche bis 13 Jahren 4.- Euro. Karten sind nur an der Tages- bzw. Abendkasse erhältlich.
Das Kino Kaarst auf Facebook: https://www.facebook.com/kino.kaarst


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