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Mittwoch 5. Oktober um 17 und 20 Uhr im AEF, Am Schulzentrum 16
 

Filmfoto © Universum FilmCaptain Fantastic

In den Wäldern an der Nordwestküste der USA, abseits jeglicher Zivilisation, lebt der überzeugte Aussteiger Ben mit seiner Familie. Ben versucht seine sechs Kinder durch ein rigoroses körperliches und geistiges Training so gut wie möglich physisch und intellektuell auf die Schwierigkeiten, die einem im Leben begegnen können, vorzubereiten. Dies ist seine Vorstellung davon, was es bedeutet, ein Vater zu sein. So lehrt er seine Kinder, dass Cola vergiftetes Wasser ist und bringt ihnen bei, in der Wildnis zu überleben, wozu es auch gehört Hirsche zu erlegen, was ihm naturverbundener erscheint und für ein Leben als Selbstversorger unvermeidlich ist. Wenn andere im Dezember Weihnachten feiern, begeht die Familie den Noam-Chomsky-Tag, weil Ben nicht möchte, dass seine Kinder an eine erfundene Figur glauben und auch Christen generell nicht mag. Infolge ihrer Erziehung lesen die Kinder Middlemarch, können die Bill of Rights auswendig aufsagen und über den Marxismus debattieren. Zudem hat Ben seinen Kindern beigebracht ganz offen über Sex zu sprechen, meist indem er Anekdoten aus seiner eigenen Jugend erzählte. Die besondere Erziehung, die den Kindern zuteil wird, sorgt allerdings auch oft dafür, dass sie sich außerhalb der Familie, wenn sie sich in der realen Welt bewegen, nicht wirklich zurechtfinden und dort auffällig verhalten. So geschieht es, dass sie ihre Idylle verlassen müssen, als Bens Frau Leslie, die an einer bipolaren Störung leidet, Selbstmord begeht und die Familie dem letzten Willen der überzeugten Buddhistin entsprechen möchte, der es war, verbrannt und eine öffentliche Toilette hinunter gespült zu werden. Um zu verhindern, dass die Mutter bei einer Beerdigung in ihrer Heimatstadt in der Erde von Würmern gefressen wird, müssen sie allerdings die moderne Gesellschaft bereisen, was für die Kinder ungleich schwerer ist, weil sie das Leben außerhalb des Waldes nie kennengelernt haben. Sie machen sich in ihrem blau lackierten, umgebauten Schulbus, den sie Steve nennen, auf die Reise nach New Mexico, denn auch wenn Leslies Vater eigentlich verboten hat, dass Ben dorthin kommt, wollen er und die Kinder sehen, ob die Bestattung den Wünschen der Mutter entsprechend stattfindet.

Eine Utopie, die in der Gegenwart spielt ist Matt Ross' „Captain Fantastic“, ein Film über eine Außenseiterfamilie, der die Grenzen der Individualität auslotet. Viggo Mortensen brilliert einmal mehr als Vater, der seine sechs Kinder fern der Zivilisation zu frei denkenden, autarken Personen erziehen will, dabei aber übersieht, dass er zunehmend einem Sektenanführer ähnelt.

Gattung: Drama
Land: USA 2016
Regie: Matt Ross
Darsteller: Viggo Mortensen, Steve Zahn, Frank Langella, Missy Pyle, Kathryn Hahn u.a.
Trailer: Hier klicken
Spielzeit: 118 Min.

FSK: ab 12 Jahren
Spielort:
Kino Kaarst, Albert-Einstein-Forum, Am Schulzentrum 16;  5. Oktober um 17 und 20 Uhr
Eintritt: 6.- Euro  (Jugendliche bis 13 Jahren 5.- Euro), Karten sind an der Tages- bzw. Abendkasse erhältlich.


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