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Logo Kino Kaarst  KINO KAARST ab 15:30 Uhr Seniortenkino plus !
  Mittwoch 7. Dezember um 17 und 20 Uhr im AEF, Am Schulzentrum 16
 

Filmfoto  © XVERLEIH_Frantz
Der neue Film von François Ozon heisst schlicht Frantz. «Frantz» – wie la France, wie François Ozon, aber auch wie Franz Ferdinand, der österreichisch-ungarische Thronfolger, dessen Ermordung 1914 in Sarajewo den Ersten Weltkrieg auslöste. Dieser Krieg bildet den Hintergrund der Geschichte, die 1919, ein Jahr nach dem Waffenstillstand, einsetzt. Im deutschen Quedlinburg geht Anna jeden Tag zum Friedhof, wo sie das Grab ihres Verlobten Frantz pflegt, der von der deutsch-französischen Front nicht zurückgekehrt ist. Eines Tages bemerkt Anna einen Fremden am Grab. Wer ist der Mann und woher kannte er Frantz? Zunächst sind Anna und Frantz’ Eltern skeptisch; der Fremde ist Franzose, und die Ressentiments gegen den ehemaligen Kriegsgegner sind deutlich spürbar. Doch Adrien ist ein feingliedriger, junger Mann, der Geige spielt und die Bilder von Manet liebt. Er scheint dem Verstorbenen in vielem so ähnlich – vielleicht ein Freund aus Paris, wo Frantz vor dem Krieg gelebt hatte? Das ist zumindest die Geschichte, an die Anna und seine Eltern glauben möchten. Und so wird Adriens Besuch zur symbolischen Rückkehr des verstorbenen Verlobten und Sohns: Adrien soll wie Frantz Geige spielen und Anna zum Ball begleiten. «Haben Sie keine Angst, uns glücklich zu machen!», sagt Frantz’ Mutter zu Adrien – und ahnt nicht, warum dieser tatsächlich nach Deutschland gereist ist. Was als Missverständnis beginnt, verselbständigt sich zu einer Lüge, die allen Beteiligten lieber zu sein scheint als die Wahrheit. Diese Grundkonstellation orientiert sich an einem Theaterstück, das Ernst Lubitsch 1932 schon einmal als Broken Lullaby verfilmte. Während Lubitsch auf die Figur des Franzosen fokussiert, erzählt Ozon die Geschichte aus Annas Perspektive. Nicht die Beziehung der beiden Männer steht damit im Mittelpunkt – auch wenn es zeitweise danach aussieht –, sondern die Annäherung zwischen Adrien und Anna, die vielschichtig und suggestiv gezeichnet ist: Was mit romantischen Spaziergängen am See beginnt, sinnlich aufgeladen und der Zeit enthoben, wird zu einem Briefwechsel über die Grenze hinweg, der von Missverständnissen und verpassten Chancen durchzogen ist.
Filmkritik von http://www.filmbulletin.ch/full/filmkritik/2016-10-6_frantz/

Gattung: Drama
Land: Frankreich, Deutschland 2016
Regie: François Ozon
Darsteller: Pierre Niney, Paula Beer, Ernst Stötzner, Marie Gruber, Johann von Bülow, Anton von Lucke u.a.
Trailer: Hier klicken
Spielzeit: 113 Min.

FSK: ab 12 Jahren
Spielort:
Kino Kaarst, Albert-Einstein-Forum, Am Schulzentrum 16;  7. Dezember um 17 und 20 Uhr / Achtung: Ab 15:30 Uhr Seniorenkino plus in der benachbarten Cafeteria der VHS
Eintritt: 6.- Euro  (Jugendliche bis 13 Jahren 4.- Euro), Karten sind an der Tages- bzw. Abendkasse erhältlich.


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