Friedhofskapellen Kaarst

Alte Friedhofskapelle in KaarstSchon zu Anfang der 70er Jahre wandten sich die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Kaarst an die Gemeinde und den Rat mit der Bitte, in naher Zukunft eine größere und würdigere Friedhofskapelle zu errichten, das die alte Kapelle (Foto rechts) zu klein geworden war. 1976 wurden dann im damals zuständigen Tiefbau- und Gartenausschuss erstmals eine Kostenschätzung von 1.000.000 DM genannt. Die Verwirklichung des Vorhabens musste jedoch noch hinausgeschoben werden, bis durch die ebenfalls geplante Friedhofserweiterung ein geeigneter Standort gefunden wurde. 1984 war es dann endlich soweit. Zur Jahresmitte wurde durch den zuständigen Ausschuss das Raumprogramm verabschiedet und im September zur Erlangung eines qualitativ hochwertigen Entwurfs ein öffentlicher Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Die Teilnehmerzahl war mit 130 Entwürfen und Modellen überwältigend. Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Sprungala zeichnete nach zweitägiger Beratung am 7. März 1985  das Ingenieurbüro Iglauer mit dem 1. Preis aus. Mit dem Entwurf und der Herstellung der künstlerischen Verglasung wurde der Kaarster Künstler Burkhard Siemsen betraut. bereits nach knapp 5  monatiger Bauzeit konnte im September 1986 das Richtfest und im Frühjahr 1987 die Einweihung gefeiert werden. Zu der überbauten Fläche von rund 700 qm gehören die Kapelle (ca. 200 qm), die Aufbewahrungskammern, die Aufenthaltsräume sowie ein abgeschlossener Sozialbereich für die Friedhofsmitarbeiter sowie Toilettenanlagen. Der Gebäudewert wird heute mit 1.9 Mill. Euro veranschlagt. Sehenswert ist der künstlerisch gestaltete Sakralraum mit großen umlaufenden Glasfenstern des Kaarster Künstlers und Glasmalers Burkhard Siemsen.

Der Innenraum der alten Kapelle / Foto: Copyright by Klaus StevensDie alte Kapelle. Als die alte Friedhofskapelle 1956 errichtet wurde, war sie dem damals dörflichen Kaarst angemessen. Doch bereits in den 70er Jahren war sie dem enorm gewachsenen Ortsteil nicht mehr gewachsen. Nach dem Bau der neuen Kapelle 1987 plante die Stadt Kaarst den Abriss des alten Gebäudes – es sei denn, es fände sich eine sinnvolle Verwendung. Da bot sich die Kaarster "St. Sebastianus-Bruderschaft von 1450 e.V." unter der Regie des damaligen Geschäftsführers Karl-Heinz Buschmann an,  die Kapelle in eine Gedenkstätte umzuwandeln und damit  das Gebäude allen Friedhofsbesuchern zu erhalten. Mit großem Engagement von Mitgliedern der Bruderschaft –  und ohne Inanspruchnahme von öffentlichen Geldern – wurde die Kapelle innen und außen saniert und 1994 zu einer würdigen Gedenkstätte ausgebaut. Im Innenbereich dominiert ist ein großes Kreuz, das aus den Balken eines alten Dachstuhls gefertigt wurde. Ein weiteres Eisenkreuz an der linken Seitenwand stammt  von einem aufgelassenem Grab und der daneben angebrachte Gedenkstein war ursprünglich an der alten St. Martin Kirche angebracht.  Der frühere Schützenkönig Werner Freudenberg fertigte das große Sebastianuskreuz (1m Durchmesser) über dem Eingangsbereich und Otto-Nikolaus Poss spendete noch eine kleine Glocke.  Das die Kapelle bis auf den heutigen Tag immer noch gut besucht wird, belegen unter anderem die über 100 Kerzen, die wöchentlich dort angezündet werden. 
Foto unten: Die neue Kapelle auf dem Kaarster Friedhof. Innenansicht neue Kapelle KaarstBitte ins Bild klicken für eine Innenansicht.


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